Sonntag, 4. Oktober 2015

Die erste Lesung

Hallo zusammen :-)

Wer mir auf Facebook (https://www.facebook.com/lightningpioneer) folgt, weiß, dass ich am Freitag meine erste Lesung hatte. Einige Eindrücke sowie "Do's" und "Don'ts" für die erste Lesung möchte ich heute mit euch teilen.

Ich war (glücklicherweise) nicht allein am Freitag. Die Lesung fand in der Mediathek meiner alten Schule statt und außer mir war noch ein anderer ehemaliger Schüler dabei, welcher ein Buch veröffentlicht hat. Darüber war ich sehr froh, und das ist auch schon mein erster Tipp: Die erste Lesung in Kooperation mit einem anderen Autoren abhalten. 
Ich bin mir sicher - ich wäre vor Aufregung gestorben. So jedoch hatte ich das Glück, dass mein in Lesungen etwas erfahrenerer Autorenkollege den Anfang gemacht hat. 

Jeder von uns hat an diesem Abend eine halbe Stunde gelesen - zwischen den beiden Lesungen gab es eine etwa zwanzig minütige Pause. Da es meine erste Lesung war, war diese Länge nahezu perfekt. Ich hatte mir vier Sequenzen aus meinem Buch ausgewählt, und diese einige Male zum Üben laut vorgelesen. Die Länge variierte etwas, jedoch nicht zu stark. Ratsam ist es auf jeden Fall, sich für den Anfang des Buches zu entscheiden, da die wichtigsten Personen eingeführt werden. In meinem Buch ist es der Fall, dass meine Protagonistin Emily ihre "große Liebe" erst in etwa in der Mitte des Buches kennen lernt, weshalb ich auch diese Szene ausgewählt hatte. 
Die beiden anderen Szenen waren ein Gespräch zwischen den beiden kurz darauf und eine etwas emotionalere Stelle zwischen Emily und ihrem jüngeren Bruder Justin. Dadurch war sowohl etwas witziges, als auch etwas ernstes dabei und natürlich als wahrscheinlich essentiellste Szene der Anfang. 
Diese oder eine ähnliche Szenenwahl würde ich auch jedem weiterempfehlen. 
Soviel zur Vorbereitung.



Dann kam die Lesung selbst. Ich war unglaublich aufgeregt, was ich von mir gar nicht kannte. Am Anfang ist es ratsam, etwas über das Buch und sich selbst zu erzählen, wenn das nicht bereits vom Veranstalter gemacht wurde. Selbst dann sollte man in ein, zwei Sätzen noch einmal das Buch zusammen fassen und vielleicht kurz erzählen, wo man anfängt und weshalb man diese Stee gewählt hat. Sollte zwischen den verschiedenen Sequenzen etwas Zeit vergangen sein, sollte man natürlich auch erklären, was dort in der Zeit vorgefallen ist. 
Logischerweise ist es nicht klug, das Ende zu verraten. Eine Stelle aus der Mitte zu nehmen, die bereits den Hauptkonflikt darlegt und die Spannung auf das Kommende erhöht, ist es dafür umso mehr. Ich selbst hatte Bücher zum Verkauf dabei, was auf jeden Fall eine gute Idee war. Viele Leute gehen nach Hause mit dem festen Vorhaben, das Buch zu kaufen - zu Hause jedoch fehlt die Zeit oder es wird vergessen. Ebenfalls praktisch sind Flyer oder Lesezeichen als Gedächtnisstütze. Das Vorlesen sollte trainiert sein, damit es nicht zu lästigen Versprechern kommt. Des Weiteren sollte einem bewusst sein, wie schnell und wie laut man lesen muss, damit der Zuhörer folgen kann. 
Am Ende wird vermutlich eine Fragerunde folgen.

Nun saß ich da, ein Gefühl wie bei meinem mündlichen Abitur. Den "Vortrag" hatte ich geschafft, jetzt würden die Fragen kommen. Hierbei sollte jedoch nie vergessen werden, dass es sich nicht um eine Prüfung handelt. Diese Leute sind euretwegen hier und kennen das Buch nicht. Niemand von ihnen liest mit, also fällt auch niemandem auf, wenn man sich verliest. Also ist es hilfreich, sich zu entspannen, einen Schluck zu trinken und den Moment zu genießen - denn dieser Moment gehört euch und ihr werdet merken, dass er viel zu schnell vorbei sein wird!


Wer von euch schreibt ebenfalls und hat ähnliche Erfahrungen mit Lesungen gemacht oder kann nich etwas hinzufügen? Über Tipps gerade von den "alten Hasen" würden wir uns natürlich freuen - ihr könnt sie gerne in den Kommentaren hinterlassen!

Eure Enya

Mittwoch, 30. September 2015

Bücher vs. Filme

Hallo ihr da draußen,


schon lange habe ich die Idee für diesen Blogpost, da ich denke, dass er unser aller Leben ziemlich stark beeinflusst, wenn es darum geht, ins Kino zu gehen oder auch nur den Fernseher anzuschalten. Denn wer viel liest, wird früher oder später auch auf ein leidiges Thema treffen:
Buchverfilmungen.

Ich habe bisher viele gute Filme gesehen, die auf einem Buch basierten - und zu meinem Glück hatte ich davor häufig das Buch nicht gelesen. Viele habe ich bisher auch nicht gelesen. Beispiele dafür sind "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", "Wenn ich bleibe" oder "Margos Spuren". Auch die Serie "The 100", die ich momentan schaue, basiert auf einem Buch, welches ich nicht gelesen habe. So weit, so gut. Die Filme / Serien gefallen mir, aber ich fürchte, ich würde sie nicht so dermaßen mögen, wenn ich zuvor das Buch gelesen hätte.

Bei diesem Gedanken stütze ich mich auf meine bisherigen Erfahrungen:

Ich war Feuer und Flamme, als die Verfilmung von "Die Tribute von Panem" im Kino kam. Ich hatte zuvor alle Bücher gelesen und sie geliebt. Dann kam der Film.
Der Film ist nicht schlecht, bis auf die Tatsache, dass ich die Besetzung nicht passend fand. Diesen Gedanken kennt jedoch sicher jeder, wenn er an Buchverfilmungen denkt. Man stellt sich die Charaktere einfach anders vor. Dafür kann niemand was, am allerwenigsten die Schauspieler oder Produzenten. Trotzdem ist der Film dann für einen selbst gelaufen.
Viele meiner Freundinnen fanden den Film klasse und wenn ich versuche, Buch und Film voneinander zu trennen, ist er das auch. Aber leicht fällt es mir nicht.

Viele Leute werden sich mit der Faust ins Gesicht schlagen wollen, wenn ich mein nächstes Beispiel nennen:

Eragon ist vielleicht eine der schlechtesten Buchverfilmungen, die je gemacht wurden. Aufgrund der Verfilmung des ersten Teiles, war es den Produzenten nicht mehr möglich, einen zweiten Teil zu verfilmen, da zu viele essentielle Dinge fehlten. Personen, Handlungsstränge und Vorfälle wurden weggelassen oder bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. 
Trotzdem, wenn man einmal versucht, den Film von den Büchern zu trennen, ist der Film nicht schlecht. Er ist gut gemacht, das muss jeder zugeben. Saphira ist super animiert und auch die Kameraeinstellungen sind klasse. Die Schauspieler sind ebenfalls gut gecastet.
Trotzdem wird mir niemand zustimmen, wenn ich behaupte, dass Eragon ein guter Film ist. So stark beeinflussen die Bücher unsere Wahrnehmung der Buchverfilmung. Na klar, es handelt sich um dieselbe Geschichte und man erwartet jetzt, dass im Film alles perfekt und bis ins kleinste Detail genau dargestellt ist. Leider ist das nicht möglich. Ein Buch von dreihundert Seiten lässt sich nicht auf zwei Stunden reine Filmzeit herunterbrechen. Das muss jeder einsehen.

Umso glücklicher bin ich, dass es Serien gibt:

Game of Thrones besteht aus bisher fünf Büchern und fünf Staffeln, wobei die sechste schon im April nächsten Jahres erscheinen wird. Ich habe die Bücher gelesen und alle Folgen gesehen. Eine Staffel besteht aus zehn Folgen zu je ca. 1 Stunde. Und das merkt man auch.
Hätten die Produzenten versucht, aus den Büchern einen Film zu machen, wäre das Ergebnis nicht halb so gut ausgefallen. Game of Thrones ist eine der besten Serien, die ich je gesehen habe und jede einzelne Folge hat schon fast Spielfilmlänge. Was wäre passiert, wenn man aus jedem Buch zu ca. 800 Seiten einen zweistündigen Film gemacht hätte?

Was Buchverfilmungen angeht - grad die besonders umfangreichen - sind Serien vielleicht die bessere Lösung. Dennoch gibt es ein Buch, welches verfilmt wurde, und das schlägt alle anderen um längen.

Ich habe den "Herrn der Ringe" gelesen,  nachdem ich den Film gesehen habe. Auch hier scheiden sich die Geister extrem, aber ich finde, dass Peter Jackson die beste Arbeit geleistet hat, die ein Regisseur leisten kann, wenn es an eine Buchverfilmung geht. Alles passt perfekt und schon allein, wenn ich nur an bestimmte Szenen denke, bekomme ich Gänsehaut, etwas, was das Buch bei mir nie erzeugt hat. mit dem Schreibstil bin ich einfach nie warm geworden.
Aus genau dem Grund hatte ich auch kein Problem damit - im Gegensatz zu wirklich vielen anderen - dass im Fall von "Der kleine Hobbit" aus einem Buch drei Filme gemacht wurden. Was ist schon schlimm daran, dass ich mir jetzt drei gute Filme anstatt einem ansehen muss?

Ich habe in der Zwischenzeit geschafft, Buch und Film so gut wie möglich voneinander zu trennen - aber ein paar Erwartungen sind doch immer dabei. Viele Bücher habe ich nie gelesen - und wahrscheinlich werde ich es auch nicht machen. Die Verfilmungen sind einfach zu gut und reichen mir vollkommen aus. Ich will diese Bilder in meine Kopf nicht durch ein Buch zerstören. Genauso werde ich bei vielen Büchern nie einen Film dazu sehen - aus genau demselben Grund.

Wie fühlt ihr euch, wenn ihr euch eine Buchverfilmung anseht? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, vielleicht bei anderen Filmen? Meine Beispiele waren ja ziemlich bekannt.
Eure Enya

Montag, 21. September 2015

Nehmen Schullektüren uns den Spaß am Lesen?

Hallo zusammen,

Seit gut einem viertel Jahr habe ich nun die Schule abgeschlossen. Wie auch alle anderen, die sich mit dem leidigen Thema "Abitur" beschäftigt haben, musste auch ich mich durch mehr als eine Schullektüre quälen. Manche von ihnen waren tatsächlich interessant, die meisten von ihnen jedoch der Horror. Besonders jene, die fest im Bildungsplan verankert sind, brachten mich ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Die letzten beiden Jahre sind das beste Beispiel dafür. Zwei Sprachen als Leistungskurs belegend, in beiden eine schriftliche Prüfung, musste ich mich in vier Halbjahren durch fünf Lektüren quälen. Und was dabei herauskam? Hier steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor ;-)


Nicht nur die letzten beiden Jahre waren von Lektüren geprägt. In der achten Klasse haben wir "Wilhelm Tell" gelesen, danach "Biedermann und die Brandstifter", auch der "Hauptmann von Köpenick" durfte nicht fehlen. All das in der achten Klasse. 
"Wilhelm Tell" ist in der Tat eine gute und interessante Geschichte, für Achtklässler jedoch gänzlich ungeeignet. "Biedermann und die Brandstifter", ein Stück, welches wir in einer Gruppe von fünf Leuten dieses Jahr selbst auf die Bühne gebracht haben, so gut hat es uns gefallen ... Verstanden habe ich es jedoch erst, als ich es letztes Jahr noch einmal für die Stückauswahl gelesen habe. 
Zum "Hauptmann von Köpenick" kann ich leider nichts Positives sagen - mit dem konnte ich mich nach wie vor nicht anfreunden. 
Viel zu komplexe Themen werden viel zu früh behandelt. Welcher Achtklässler versteht schon die tiefe Tragik, die gleichzeitig jedoch auch die Komik in "Biedermann und die Brandstifter" ausmacht? Vielleicht lacht man hin und wieder beim Lesen des Textes, mit einem "Mann, ist der Biedermann doof" im Hinterkopf. Dass das jedoch eigentlich das Tragische an  der Geschichte ist, ist einem in dem Alter nicht klar. 
Es folgten "Kabale und Liebe" (welches noch eine der besten Schullektüren war, die ich gelesen habe),  "das Parfüm" (für Zehntklässler gerade so geeignet) und schließlich die letzten beiden Jahre der blanke Horror: "Agnes", "Homo Faber" und "Dantons Tod". 
Zu diesen drei Werken muss ich sagen, dass mir "Dantons Tod" noch am besten gefallen hat. 
Ich war viele Jahre in einer Theater-AG, in der wir solche Stücke gelesen hatten, war also mit der Leseart solcher Stücke vertraut. Doch trotz fast zwölf Jahren Romanerfahrung waren "Agnes" und "Homo Faber" die Hölle. Ich habe sie gelesen - alle beide. Ganz. Wirklich. 
Beiden kann ich nichts, rein gar nichts abgewinnen. Die Geschichten sind flach, regen weder wirklich zum Nachdenken an, bringen einen nicht zum Lachen, noch zum Weinen. Vielleicht denke ich in einigen Jahren anders darüber, dies jedoch ist mein Fazit für heute. 

Die Frage, die ich mir nun stelle: Warum? 
Warum gibt man so etwas jungen Menschen zum Lesen, die man doch zum Nachdenken anregen sollte, nicht mit tristen und langweiligen Schullektüren an den Alltag fesseln? Die Bücher haben mich zum Nachdenken gebracht, wie ihr sehen könnt. Ich denke darüber nach, weshalb so etwas im Bildungsplan vorgeschrieben ist. Will man uns den Spaß am Lesen nehmen? Will man uns ärgern? 
Auf Nachfrage habe ich die Antwort erhalten: "Man will euch dazu bringen, sich mit Materie zu beschäftigen, die euch nicht interessiert."
Na schön, ich soll lernen, mir Materie anzueignen, die mich nicht interessiert, aber wieso?! In meiner Zukunft werde ich in erster Linie mit Dingen beschäftigt sein, die mich interessieren. Sonst habe ich etwas falsch gemacht. 
Manch einer wird jetzt kommen: "Zu unserer Zeit mussten wir noch Schiller, Kafka und Goethe lesen!"
Ich habe Schillers "Räuber" gelesen und ich fand sie toll. "MacBeth" und "Hamlet" habe ich verschlungen, so wie viele andere Dramen auch, Kafkas "Prozess" liegt auf meinem Schreibtisch und wartet darauf, dass ich Zeit für ihn finde. 
All das, was sich Allgemeinbildung nennt, wofür in unserem Bildungsplan jedoch kein Platz mehr zu sein scheint. Warum "Agnes"? Warum "Homo Faber"? Warum nicht lieber wieder zurückkehren zu Shakespeare, Dürrenmatt und den Dramen von Max Frisch? So sehr ich seine Dramen liebe, so sehr hasse ich doch seinen "Homo Faber". Und warum das alles? 
Damit sich Bildungspolitiker sagen können: "Wir reformieren doch den Bildungsplan!"?


Wer von euch hat sich eben so durch "Homo Faber", "Agnes" und "Danton" gequält? Wer von euch stellt sich diese Frage ebenfalls? Oder wer kann mir eine Antwort darauf geben?


Grübelnde Grüße, 
Eure Enya

Freitag, 18. September 2015

Buchrezensionen

Hallo Leute,

aus aktuellem Anlass habe ich beschlossen einmal einen Beitrag zum Thema "Buchrezensionen" zu schreiben. Das bedeutet nicht, dass ich hier Bücher rezensieren möchte, stattdessen möchte ich mich mit dem Inhalt mancher Rezensionen befassen.
Jeder weiß, dass Rezensionen sehr wichtig für den Erfolg eines Buches sein können. Wird ein Buch überwiegend negativ rezensiert, wird es weniger häufig gekauft - positive Rezensionen bewirken das Gegenteil. Da spielt es nicht immer eine Rolle, ob diese auf Amazon, auf Blogs oder per Mundpropaganda verbreitet werden. Rezension ist Rezension.
Nur ist nicht jede Rezension gleich wertvoll. Ja, auch ich lasse mich durchaus vor einem Kauf von Leserstimmen auf Amazon oder von meinen Freunden beraten. Das betrifft natürlich nicht nur Bücher. Problematisch wird es jedoch, wenn bei einem Fanatsy-Buch ein Leser das Buch als "unrealistisch" betitelt. In diesem Fall muss man sich fragen, ob das Problem hier das Buch oder nicht doch eher der Leser ist.
Natürlich hat jedes Buch eine andere Zielgruppe und wenn mir ein Buch nicht gefällt, muss ich mich vielleicht fragen, ob ich nicht einfach in der falschen Zielgruppe bin. Warum sollte ich mir einen Horrorroman durchlesen, wenn ich Horror auf den Tod nicht ausstehen kann? Gleichzeitig wäre es jetzt jedoch nicht fair, zu behaupten, dass Steven King der schlechteste Buchautor der Welt ist.
Vor allem, wenn ich die Bücher meiner Autorenkollegen auf Amazon durchstöbere, fallen mir bei Rezensionen immer einige Dinge auf. Was mich am meisten stört, ist wohl folgendes Beispiel:
Ein Leser lobt das Buch in den höchsten Tönen, er kann es nur weiterempfehlen - der Protagonist ist sympathisch, die Storyline spannend und gut ausgebaut, sogar Cover und Lektorat sind super. Endergebnis: vier von fünf Sternen.
Die Frage, die ich mir jetzt stelle: Wo ist denn der letzte Stern hin? Wenn ein Buch so super ist, wie genannter Leser es behauptet, bin ich der Meinung, dass es den fünften Stern durchaus auch verdient hat. Was also ist da los? 
Ich kann das gut verstehen, auch ich vergebe ungern fünf-Sterne-Rezensionen. vielleicht, weil ich dadurch das Gefühl habe, unglaubwürdig oder sogar "käuflich" oder "billig" rüber zu kommen. Häufig machen sich vier-Sterne-Rezensionen bei einem Buch auch besser, als die mit den fünf Sternen, denn kein Buch ist perfekt. Wenn ich nun also der Meinung bin, das Buch war zwar super, hat jedoch nur vier Sterne verdient, dann schreibe ich den Grund hin: Das Ende war zu knapp, ich fand an jener Stelle die Reaktion des Protagonisten unpassend, was weiß ich. Aber ich schreibe etwas hin! Und wenn ich nichts finde, dann bekommt das Buch fünf Sterne von mir. Zack, Ende.
Dann gibt es noch eine andere Art von Bewertung: Der Leser liest liebend gerne Thriller, hasst jedoch Romantik. Nun hat er leider überlesen, dass das Buch als "Romantik-Thriller" ausgewiesen war und auch aus dem Klappentext war das nicht erkennbar. Die Rezension fällt nun dementsprechend aus: Zwei von fünf Sternen, da ja der spannende Teil, der eben in Richtung Thriller ging, doch ganz gut war, das rumgesäusel jedoch grauenhaft. Ist diese Rezension nun gerechtfertigt? Oder ist es der Fehler des Lesers gewesen, weil er etwas anderes erwartet hat?
Auf mich bezogen: Ich muss ehrlich zugeben, dass mir viele Bücher nicht gefallen, wenn sie plötzlich eine extreme Wendung inne tragen. Mir hat der erste Teil des Dreiteilers "Die Tribute von Panem" am besten gefallen, und je weiter sich die Bücher von ihrem eigentlichen System, den Hungerspielen in der Arena entfernten, desto weniger mochte ich sie. Das habe ich einfach nicht erwartet und so etwas gefällt mir auch nicht sonderlich. Versteht mich nicht falsch, unerwartete Wendungen können toll sein und ich habe die Bücher trotzdem verschlungen - den letzten beiden Bänden hätte ich jedoch keine fünf Sterne mehr gegeben. Der Grund waren sicher nur teilweise die Bücher - sicher aber unter anderem auch, dass ich etwas anderes erwartet hatte.

Viele Rezensionen bewerten das Buch durchaus verständlich, hier habe ich euch jedoch ein paar Beispiele gezeigt, die ich als "nicht hilfreich" bewerten würde. Wer nicht in der Zielgruppe ist, muss sich nicht beklagen, dass ihm das Buch nicht gefällt, wessen Rezension und die dazugehörige Bewertung absolut gegensätzlich sind, den kann ich nicht verstehen, und zur letzten Sorte gehöre ich unter anderem teilweise auch. Ist dies der Fall, dann schiebe ich das nicht immer nur dem Autor in die Schuhe, sondern sehe ein, dass ich zeitweise ein kleines, bockiges Biest sein kann, das nicht vom Bekannten weg will ;-)
Wer von euch jetzt unter der Überschrift "Buchrezensionen" eine Buchrezension über ein von mir gelesenes Buch erwartet hat, der wurde nun enttäuscht und wird dem Post sicher keine fünf Sterne mehr geben. Wem mein Blog nicht gefällt, weil er Bücher nicht ausstehen kann und stattdessen viel lieber Hockey spielt, der sollte sich überlegen, ob er vielleicht gar nicht in meiner Zielgruppe ist. Den Rest von euch bitte ich, mir in die Kommentare zu schreiben, wie toll mein Blog doch ist und mir dann im Anschluss zwei Sterne zu geben ;-) (oder einfach einen richtigen Kommentar, gerne auch mit Verbesserungsvorschlägen zu schreiben).


Viel Spaß dabei wünscht euch eure
Enya

Samstag, 22. August 2015

Warum Protagonisten tun, was sie tun ...

Hallo liebe Leser,

In der letzten Zeit habe ich mich immer wieder mal durch Rezensionen geklickt - teilweise durch die meiner eigenen Bücher, teilweise auch durch fremde. Häufig finden sich darin Passagen wie: "Die Hauptpersonen haben verständlich interagiert", oder "Ich konnte die Handlungen der Personen nicht nachvollziehen", sehr gerne auch etwas emotionaler "Warum tut er das nur??!". Nun komme ich als Autor ebenfalls an meine Grenzen, wenn ich Dinge lese wie "Warum tut er das nur?" und "Konnte die Handlungen nicht nachvollziehen". Denn - ob ihr es glaubt oder nicht - so geht es mir gar nicht allzu selten ebenfalls.

Auch, wenn manche von euch es wahrscheinlich gar nicht mehr hören können - meine Geschichten entstehen beim Schreiben. Dies führt dazu, dass meine Personen zunehmen einen eigenwilligen Charakter annehmen - schließlich ist es ihre Geschichte, nicht meine.
Nehmen wir beispielsweise einmal Emily, Protagonistin meines Romans "Lightning Pioneer". Wie oft habe ich beim Schreiben gedacht: "Lass das, tu das nicht". Was sie ihren Geschwistern alles erzählt, sich jedoch selbst nicht daran hält ... Wie sie ihre eigenen Ratschläge nicht beherzigt und blind vor Liebe jeglicher Vernunft trotzt.
Ich weiß es besser. Ich weiß, dass sie Mist baut, aber ich kann sie nicht aufhalten. "Emily, lass das", sage ich immer wieder. Aber sie hört einfach nicht.
Ein weiteres Beispiel, vielleicht mein Lieblingsbeispiel: Len, ein eigentlich schlauer, junger Bursche von sechzehn Jahren, sympatisch, gut aussehend und so weiter, kennt man ja ... Ich gebe es zu, der Junge ist mir echt ans Herz gewachsen, trotzdem kann ich ihn nicht vor seiner eigenen Dummheit retten. Viel zu oft stand ich schon da, habe die Hände in die Hüften gestemmt und drohend gesagt: "Junger Mann, du lässt jetzt sofort diesen Unsinn und denkst einmal ein bisschen an dich und deine Zukunft."
"Nö", war seine Antwort. "Ich mache, was ich will", setzte er meistens noch provozierend hinzu. "Wenn du das machst, geht das für dich nicht gut aus, das weiß ich besser, als du. Ich habe die anderen Personen erfunden und ich weiß, was sie machen werden", versuche ich ihn zu warnen. Er jedoch verschränkt nur die Arme vor der Brust.
"Ich bestimme hier."
Und mir bleibt nichts anderes übrig, als seufzend zuzusehen, wie er in sein Verderben rennt.
"Dabei will ich doch nur euer bestes", seufze ich ein ums andere Mal. Aber das interessiert meine Protagonisten nicht - und das ist vielleicht auch ganz gut so. Wer wollte schon ein Buch lesen, in dem sich die junge Protagonistin von dem jungen Mann fernhält, der ihr den Kopf verdreht und sie in den größten Schlamassel hineinzieht? Wer will einen Roman lesen, in dem es keinen Konflikt gibt, in dem jedes Problem ruhig und besonnen gelöst wird, ohne dass Spannung aufgebaut wird?
Ich lasse also meine Personen handeln, wie sie handeln wollen.

Ich könnte sie ja ohnehin nicht davon abhalten...


Eure Enya

Montag, 17. August 2015

Meine Projekte

Hallo zusammen :)

Ein neuer Post ist fällig, und dieser Tag ist perfekt, um euch einen kleinen Einblick in mein Autorenleben zu gewähren, denn heute habe ich ein neues Manuskript abgeschlossen. Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil einer Fantasy-Trilogie, bei welcher ich jetzt insgesamt über 650 Seiten geschrieben habe - das ist sogar für mich viel. Bisher konnte ich meine Bücher immer auf praktischen 120-150 Seiten halten - nicht dieses Mal. Trilogie ist auch falsch gesagt, denn es werden sich nicht nur drei Teile - obwohl das eigentlich geplant war (ursprünglich war sogar nur ein Teil geplant ... hat nicht funktioniert.)
Aktuell abgeschlossen habe ich, wie schon gesagt, nun den zweiten Teil meines... Fantasy... Projekts? Mal schauen, wie viele Teile noch kommen werden. Im Folgenden möchte ich euch einen kleinen Einblick in meine aktuellen Projekte geben. Für gewöhnlich arbeite ich immer nur an einem Manuskript, doch im Moment häufen sich die Ideen - und alle von ihnen wollen niedergeschrieben werden. Im Moment sind es ganze VIER Projekte - und ich fürchte, es werden eher mehr als weniger ;-)

1. Die Chroniken der Geeinten Königreiche
Mein aktuelles Fantasy... Projekt. Über 650 Seiten sind schon geschrieben und es ist wohl eindeutig von "Game of Thrones" inspiriert, wenn es doch auch mit der Zeit in eine völlig andere Richtung zu laufen scheint. Habe ich schon einmal gesagt, dass sich meine Geschichten beim Schreiben entwickeln? Nein? Nun, dann wisst ihr es jetzt. Und dann wisst ihr jetzt auch, weshalb ich teilweise selbst vor meinem Manuskript sitze und mir denke: "Wie konnte es so weit kommen." 
Sollte ich für dieses Manuskript einmal einen Verlag finden, so werdet ihr mit Sicherheit erfahren, weshalb ich so denke. Denn die Handlungen meiner Protagonisten haben es in sich und lassen mich nicht selten ziemlich ratlos und verzweifelt zurück.

2. Sofie - wenn Blicke töten könnten
Dieses Manuskript liegt mit einer Länge von knapp 30 Seiten seit gut einem Jahr bei mir auf Eis. Das erste Mal in meinem Leben ist mir ein Titel eingefallen und die Geschichte danach. In den Sinn gekommen ist mir diese kleine Story vor fast genau einem Jahr, als ich mit meiner Freundin und ihrer Familie in Norwegen war (Gruß an dieser Stelle :-D).
Benannte Freundin hat auch für das Cover Modell gestanden (beziehungsweise ihre Augen), das erste Cover, welches ich selbst gebastelt habe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Buch noch weiter verfolgen werde, doch ich habe noch nie ein Manuskript gelöscht, denn irgendwann kommt man wieder darauf zurück (okay, einen Thriller habe ich neulich von meiner Festplatte geworfen, da ich mich in einer völlig hoffnungslosen Situation verfangen hatte ... Die Story jedoch ist nach wie vor in meinem Kopf gefangen und lässt mich nicht mehr los. Vielleicht wird das ja demnächst Projekt Nummer fünf?).

3. Unbenannt Nr. 1
Ich tue mich schwer damit, Titel zu finden, daher hängen viele Projekte ohne Titel auf meiner Festplatte. Diese Projekt ist das neueste und erst eine knappe Woche alt - dennoch bin ich schon bei ca. 15 Seiten, obwohl ich in den letzten Tagen hauptsächlich mein Hauptprojekt (Nr. 1, ist wohl mein kleines Baby :-) ) gehegt und gepflegt habe. In welche Richtung sich das Buch entwickeln wird, weiß ich noch nicht, denn es steckt noch in den Kinderschuhen. Die Protagonisten zumindest sind vielleicht etwas von den beiden Protas aus dem Computerspiel "Life is Strange" inspiriert, auch wenn die Story selbst damit gar nichts zu tun hat. Wie es damit weitergeht, weiß ich noch nicht.

4. Unbenannt Nr. 2
Dieses Buch ist eine Biographie, die ich als "Ghost Writer" für jemanden schreibe. Ich arbeite intensiv daran und habe auch schon eine Menge "Story-Stoff", nur bin ich in meiner Freiheit etwas eingeschränkt. ich muss das erste Mal versuchen, etwas möglichst wahr wiederzugeben und mich an Fakten zu halten - etwas, was ich zuvor noch nie musste. Trotzdem macht es mir Spaß und es stellt mich vor ganz neue Herausforderungen.


Ich habe euch absichtlich nur einen groben Einblick in die Bücher gegeben. Bei allen von ihnen handelt es sich um Projekte, bei denen ich nicht weiß, ob ich sie abschließe und in welche Richtung sie gehen. Welches davon hat euch am meisten interessiert?

Jetzt wünsche ich euch einen schönen Start in die Woche!
Eure Enya

Mittwoch, 5. August 2015

Über Schreibblockaden, Schreibzwänge und arbeitslose Autoren


Hallo zusammen :)

Mein letzter Post ist jetzt gut zwei Wochen her. gerne würde ich eine kreative Phase vorschieben: Ich habe leider die letzten zwei Wochen jede freie Minute an meinem Manuskript gearbeitet, hatte keine Zeit... Das wäre gelogen. In Wirklichkeit wohl muss ich mir eingestehen, dass ich eine Schreibblockade habe.

Als ich meinen Blog begonnen habe, dachte ich mir: Super, dann hast du was zu tun, wenn du mal eine Schreibblockade hast und beim Manuskript nicht weiterkommst. Falsch. Meine Schreibblockade erstreckt sich auch übers Bloggen und generell irgendwie über meinen ganzen Alltag.
Mir fehlen weder Zeit noch Ideen. Ich habe derzeit drei Manuskripte in Arbeit und bei allen drein habe ich mehr als genug Ideen. Immer wieder sitze ich davor und will eigentlich schreiben. Aus Langeweile und Verzweiflung habe ich sogar den Begriff "Schreibblockade" gegoogelt. Ich habe nicht damit gerechnet, wirklich etwas zu finden. "Schreibblockaden", dachte ich mir. "So ein Blödsinn. Damit beschäftigt sich doch keiner wirklich." Die Wahrheit ist jedoch, dass es sogar richtige psychologische Studien gibt, die sich damit befassen. Laut Wikipedia gibt es verschiedene Erscheinungsformen:

  1. Es fällt schwer einen Textanfang zu finden.
  2. Der Text wird zwar geplant, es gelingt aber nicht ihn zu schreiben.
  3. Der Schreibprozess wird – oft mehrfach – unterbrochen und häufig auch ganz abgebrochen.
  4. Die Ideen und/oder die Formulierungen bleiben aus.
  5. Das Schreiben wird als qualvoll empfunden. Häufig treten schon beim Gedanken an die Anfertigung der Arbeit oder beim Anblick des Bildschirms körperliche Symptome wie Unwohlsein oder Nervosität auf, und es werden Vermeidungshandlungen wie Aufräumen, Putzen etc. ausgeführt.
  6. Passagen aus fremden Texten werden nicht in eigenen Worten wiedergegeben, sondern es wird wörtlich zitiert. Der eigene Text wird dadurch zu umfangreich und es entstehen Brüche. Beides führt häufig zum Abbruch.

Nummer 2 kann ich gleich streichen. Ich habe Zeit ohne Ende, so viel wie noch nie. Und das habe ich mir auch gesagt: "Diesen Sommer wirst du schreiben, du wirst so viel zeit haben, wie nie wieder in deinem Leben." Dabei habe ich seit meinem mündlichen Abitur kaum zwei Kapitel zustande gebracht. Ich, ein Mensch, der dafür bewundert wird, dass er augenscheinlich immer und überall schreiben kann, der sich selbst dafür bewundert, bis spät in die Nacht schreiben zu können und sich gern auch mal selbst damit rühmt, dass er ganze Bücher in wenigen Wochen schreiben kann. Ich unterbreche den Schreibprozess, ja, das tue ich, obwohl ich es mir nicht eingestehen will. Ideen habe ich zu Hauf, auch Formulierungen fehlen mir. Ich entnehme keine Passagen aus fremden Texten, davon versuche ich generell mich fernzuhalten.
Bleiben Nummer fünf und Nummer eins. Vielleicht fällt es mir schwer, einen Textanfang zu finden. Nicht selten bleibe ich am Kapitelanfang hängen. Manchmal jedoch schreibe ich die Hälfte eines Kapitels und weiß nicht mehr weiter. Bei zwei von drei Beispielen ist das der Fall. Bleibt Nummer 5...
Das Schreiben als qualvoll empfinden? Ich? Niemals. Und trotzdem klappt es nicht. Trotzdem gelingt es mir nicht, die Fortsetzungen zu fertigen, die meine Freunde und Leser fordern. 

Die Ursachen laut Wikipedia:

  1. Fehlende oder unzureichende Konzepte.
  2. Der Anspruch, sofort einen fehlerfreien, perfekten Text schreiben zu müssen.
  3. Komplexe, aus mehreren „Erzählsträngen“ bestehende und daher schwer überschaubare Struktur der zu schreibenden Texte.
  4. Ein „Zuviel“ an zu verschriftlichendem Material oder Unordnung desselben.
  5. Eine unzureichende oder falsche Vorstellung von einem künftigen Leser, insbesondere die Angst vor einem überaus kritischen Leser, zum Beispiel vor dem Professor, der eine Haus- oder Examensarbeit beurteilen wird.
  6. [...] Psychische Probleme, insbesondere Depression oder bipolare Störungen.
  7. Neurologisch werden Schreibblockaden mit einer Fehlfunktion des Hirnlappens in Verbindung gebracht.
Ich mache mir Konzepte, in der Zwischenzeit. Habe ich früher nie gemacht. Jetzt mache ich es so genau, dass man es fast als krankhaft bezeichnen kann :-D Zu jeder Person wird jedes kleinste Detail aufgeschrieben, ich schreibe und schreibe, was passieren wird und wann, ich tausche immer und immer wieder, bis ich die richtige Reihenfolge habe. Nummer eins wird also ad acta gelegt.
Zweitens... Ich habe hohe Ansprüche an mich, das stimmt und ich will einen fehlerfreien und perfekten Text abliefern, am liebsten auch sofort, denn Überarbeiten hasse ich. Aber ich weiß, dass meine Texte gut sind und da ich immer dazusage, dass sie unkorrigiert und unlektoriert sind, bevor ich sie weitergebe, mache ich mir darum auch keine Gedanken. Fehler schleichen sich ein, das passiert und egal, wie perfekt mein Text ist, so wird er doch irgendeinem nicht gefallen. Wenn er mir gefällt, ist doch alles okay, oder?
Punkt drei kann zumindest bei einem der drei Manuskripte durchaus ein Grund sein, da jedoch auch genau das dasjenige ist, bei dem ich mir das Konzept gemacht habe, ist dieser Punkt unwahrscheinlich, denn eigentlich muss ich nur noch einen roten Faden abarbeiten und ausformulieren. Die Geschichte an sich gibt es schon. Selten bei mir, kommt aber durchaus vor.
Am wahrscheinlichsten ist wohl Nummer 4. Es ist viel, was ich im Kopf habe und viel, was aufgeschrieben werden will, obwohl mich das nie abgeschreckt hat. Warum also jetzt?
Ich habe weder einen Professor, noch einen kritischen Leser, vor welchem ich mich fürchten müsste, außerdem hat mich das auch nie interessiert. Ich verdiene kein Geld mit meinen Büchern, ohne welches ich nicht auch Leben könnte. Das Schreiben ist nicht mein Hauptberuf und das wird es nie sein, denn ich schreibe für mich, weshalb meine Texte nicht in den Augen anderer perfekt zu sein haben.
Ich habe ganze Deutschklausuren in weniger als der Hälfte der vorgegebenen Zeit geschrieben, ohne mich darum zu scheren, ob sie perfekt sind und was mein Deutschlehrer davon hält. Weil ich es konnte und es für mich kein Problem war. Das sollte es auch bei meinen Texten nicht sein.
Die letzten beiden Punkte schließe ich ebenfalls aus, einfach, weil ich davon ausgehe, dass sich das auch anderweitig bemerkbar machen würde :-D

Ich habe jetzt so viel Zeit, wie noch nie, um zu schreiben. Wieso also will es nicht klappen? Vielleicht, weil genau das der Grund ist. Ich habe es mir vorgenommen und jetzt klappt es nicht mehr. Manchmal werde ich gefragt, was für mich wichtiger war: Schule oder Schreiben. Schreiben. Ganz klar. Und nicht nur ein Mal ist die Schule dadurch vielleicht etwas zu kurz gekommen. Vielleicht war es eine Vermeidunghandlung: Ich habe etwas wichtigeres zu tun, etwas, was mir mehr Spaß macht. Andere Putzen oder machen Sport, um nicht lernen zu müssen. Ich schreibe. Kein Wunder, dass mir während dem schriftlichen Abitur massenweise Ideen gekommen sind :-)
Ich habe  noch gut drei Wochen, bevor die endlose Zeit wieder vorbei ist und ich weiß nicht, ob ich bis dahin noch etwas aufs Papier bringe. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht ist das Schreiben tatsächlich etwas gewesen, was ich nur während meiner Schulzeit getan habe, um mich abzulenken. Eines Tages jedoch wird der Stress wieder losgehen und wenn ich etwas Glück habe, ist dann auch meine Schreibblockade zu Ende.
Mit dem Schreiben dieses Blogartikels habe ich schon einmal einen kleinen Riss in die Mauer gerissen, als welche sich die Schreibblockade vor mir aufbaut. Wer weiß, wann sie brechen wird, und dann werde ich auf jeden Fall wieder los schreiben, denn dieses Phänomen gibt es bei mir durchaus auch: Schreibzwänge hatte ich beispielsweise letztes Jahr um die Zeit und kurz vor dem schriftlichen Abitur. Das war einer der Momente, an die ich gerne zurückdenke, wenn mich jemand fragt, ob das Schreiben oder die Schule für mich an erster Stelle stehen.

Kleiner Fun-Fact am Rande: Sogar Tolkin, Hemingway und Kafka hatten Schreibblockaden. Es ist also durchaus kein neues Phänomen oder etwas, was nur bei mir auftritt. Die Autoren unter uns wissen Bescheid ;-)
Mit diesem Wissen kann ich mich jetzt in Ruhe von euch verabschieden und zusehen, wie mein neuer Blogartikel in die weiten des Internets flattert, mit dem Wissen, heute wieder etwas geschafft zu haben!

Eure Enya