Mittwoch, 11. November 2015

Wieviel Wahrheit steckt in meinen Büchern?

Hallo liebe Leseratten und Blogliebhaber,

Gerade, da ich in der letzten Zeit mehrere Lesungen hatte, war ich in regem Austausch mit meinen Lesern. Viele haben mir Fragen gestellt, und am häufigsten wurde gefragt, wie ich auf meine Ideen komme, ob meine Geschichten wahr wären. 
Nun, das meiste nicht - zum Glück. Ich bin noch nie auf einem Drachen geritten und habe auch - wer hätte es gedacht - noch niemanden umgebracht ;-) 


Trotzdem stecken in meinen Büchern kleine Wahrheiten. Mein Buch "Lightning Pioneer", meine erste Veröffentlichung, die einige von euch kennen dürften, zum Beispiel: Die kleinen Geschwister der Hauptperson sind an den Kindern in meiner Nachbarschaft orientiert. Das merkt man, wenn man sie kennt, sonst jedoch nicht. 

Doch es gibt auch viele Geschichten, in denen nicht die Personen, dafür viel mehr die Handlung und die Situation des Protagonisten an meinem eigenen Leben inspiriert sind. 
Wie vielen bekannt sein dürft, habe ich dieses Jahr mein Abitur gemacht und wusste dann einige Zeit nicht, in welche Richtung ich wollte. 
So erging es auch der Hauptperson meines aktuellen Projektes. Mia ist achtzehn, hat ihr Abitur und will ab März Chemie und Mathe auf Lehramt studieren - ich weiß, wer mich kennt, glaubt jetzt nicht, dass DAS an meinem Leben orientiert sein könnte. 
Von Mathe und Chemie halte ich mich fern, das stimmt. Aber eines Tages trifft Mia Hailey, eine extrovertierte Draufgängerin - und sie beginnt, sich zu verändern. Innerhalb vier Wochen verändert sie sich so stark, dass sie ihre kompletten Pläne über den Haufen wirft. Natürlich ist das nicht nur positiv. Sie verliert auch den Kontakt zu alten Freunden, Menschen, mit denen sie einen Großteil ihres Lebens verbracht hat - einfach weil sie sich verändert. 
Ich selbst habe gemerkt, wie sehr dieses Buch meine persönliche Situation widerspiegelt. Ich habe ein FSJ begonnen und in einer einzigen Woche unendlich viele Leute kennengelernt. Nette Leute, witzige, verrückte und offene Leute, die mir zu einem großen Teil ans Herz gewachsen sind. 
Diese Menschen jedoch haben mich auch verändert. Gleichzeitig ist der Kontakt zu anderen Menschen abgerissen. Manche Schulfreunde habe ich seit fünf Monaten nicht mehr gesehen. Nicht, weil Zeit oder Interesse fehlen, sondern weil man sich vergisst. 
Man fängt so schnell an, Menschen zu vergessen und merkt gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Das habe ich auch beim Schreiben meines Buches gemerkt und das musste auch meine Protagonistin Mia feststellen. 
Die Zeit, die sowohl Mia als auch ich fast gleichzeitig durchgemacht haben, weist so viele Parallelen auf, dass es fast erschreckend ist. Natürlich ist es kein Zufall, denn irgendwo her muss die Inspiration kommen. Und die haben mir zu einem großen Teil die Leute um mich herum gegeben. Die vielen neuen Leute, eine wahnsinnig gute Freundin, die ich kennengelernt habe und die der Auslöser für dieses Buch war und auch die Leute, die ich nun zumindest bald zu meiner Vergangenheit zählen werde. 


Und für diese Leute ist dieses Buch auch. 

Es ist für alle Menschen, die ich im letzten halben Jahr kennengelernt habe, die mich verändert haben und auch für die, zu denen der Kontakt abgerissen ist, die zu Namen in Kontaktlisten ohne Gesicht geworden sind oder es noch werden. Es ist für alle Tagträumer, Realitätsfernen, Kreativen und Verrückten, die ihre Ziele vor Augen haben und verfolgen, die nicht loslassen und nicht aufgeben, die Draufgänger, die Dranbleiber, die Kämpfer - und für alle Menschen, die Menschen wie uns ertragen müssen. 
Für alle da draußen, an alle mir Fremden, an meine früheren und jetzigen Freunde und die, die noch kommen werden. 


Hey - ich hab euch ein Buch geschrieben ;-)

Sonntag, 8. November 2015

Blogvorstellung: Buchblog "Tausend Leben"

Hallo liebe Internetsüchtigen,

Da ich in den letzten Wochen kaum Zeit zum Bloggen hatte, habe ich heute etwas neues für euch: Eine Blogvorstellung eines (meiner Meinung nach) ziemlich tollen und vor allem noch sooo jungen Blogs. 
Tausend Leben heißt der Blog und der Name hat mir auf Anhieb eine Gänsehaut beschert. Da es sich auch hier um einen Buchblog handelt, der Rezensionen zu Büchern veröffentlicht und damit in tausende verschiedener Leben der Protagonisten "hineinlebt", ist der Name sehr treffend.
Nun ja, soviel dazu :-)

Dieser Blog mit dem wundervollen Namen (hihi) wird von drei jungen Frauen betrieben, Tami, Kezia und Renesmee. Alle drei haben nebenher noch eigene Blogs laufen. Kennengelernt haben sie sich über ein Bloggerforum und dort haben sie auch beschlossen, zu dritt einen Buchblog zu starten, auf dem sie jetzt hauptsächlich Rezensionen hochladen.
Da hocken jetzt also diese drei Mädels im Alter zwischen 19 und 28 Jahren zusammen und schreiben Rezensionen. Und da sie zu dritt sind, können sie damit auch fast jeden Bereich abdecken. Also kein Buchblog, der nur über Liebesschnulzen schreib, oder nur Fantasyromane rezensiert. Nein, in den Bereich der Mädels fällt so ziemlich jedes Genre, was ich faszinierend finde, denn ich bin ebenfalls ein Mensch, der sich jedes Genres bedient und auch in jedem Genre schreibt - der perfekte Blog für Menschen wie mich, um nach Buchvorschlägen zu stöbern *grins*

Apropos Schreiben - da bin ich übrigens nicht die einzige, die neben ihrem Buchblog noch fleißig am Storys abtippen ist, denn die Mädels sind selbst ebenfalls fleißige Geschichtenschreiber. Offenbar sind das zwei Hobbies, die sich perfekt ergänzen.

Obwohl der Blog gerade einmal zwei (!) Wochen alt ist, findet sich schon so einiges darin. Mein Blog war mit zwei Wochen sicherlich noch nicht so gut strukturiert und durchgeplant (ist er ja jetzt immer noch nicht ;-) ), was wahrscheinlich auch an meiner mangelnden Bloggererfahrung liegt ...

Alles in allem ist es ein Blog, dem zu folgen es sich lohnt, vor allem für Menschen, die sich wie ich schlecht für ein Buchgenre entscheiden können und gerne Genreübergreifend informiert werden möchten.
Wer sich den Blog genauer anschauen möchte, findet hier die Links zum Blog und zur Facebookseite:

http://www.tausend-leben.blogspot.de/
https://www.facebook.com/Tausend-Leben-1049258101774680/

Und *pssst*: Bald erscheint dort vielleicht auch etwas über mein Buch ;-)


Wie gefällt euch der Blog der Mädels? Möchtet ihr weitere Blogvorstellungen lesen? 

Liebe Grüße,
Enya

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Ebook oder Print?

Hallo liebe Leseratten und Schreiberlinge,

Viele werden wissen, dass ich nicht zu den ältesten Semestern hier gehöre, trotzdem habe auch ich zu einer Zeit lesen gelernt, in der es
noch keine E-Books gab. Dann jedoch kamen sie und überschwemmten zuhauf den Buchmarkt.
Was für mich als Leser und auch als Autor die Vor- und Nachteile eines Printbuches oder eines E-Books sind, möchte ich euch heute auf meinem Blog erläutern.

Vorneweg: Ich persönlich besitze keinen E-Book-Reader, bin jedoch auf der Plattform "Bookrix" angemeldet, bei der man ebenfalls sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige E-Books lesen kann, auch ohne die entsprechende Software auf dem PC zu haben.
Besonders dadurch habe ich gemerkt, dass viele E-Books leider ohne ein richtiges Lektorat auf den markt geworfen werden, weil die Veröffentlichung ja nichts kostet. Dadurch sinkt die Durchschnittsqualität so extrem, dass es schon wieder abschreckt. Dadurch und dadurch, dass viele E-Books im Selfpublishing erscheinen können und es keinen Verlag ,sondern nur einen selbst braucht, der das Geschriebene als gut befindet, werden E-Book-Autoren meiner Meinung nach häufig nicht ernst genommen.

Etwa entscheidendes ist für mich auch das Lesegefühl. ich persönlich habe viel lieber ein gedrucktes Buch in der Hand, da mir vom Lesen auf dem PC schnell die Augen weh tun und ich es als unangenehm empfinde. Sollte ich jedoch in Urlaub fahren, ist es natürlich einfacher, einen E-Book-Reader ins Gepäck zu packen. Ein Koffer hat seine 20 Kilo schnell schon durch ein paar essentielle Sachen und drei, vier dickere Bücher erreicht, wohingegen ich auf einem E-Book-Reader mehrere hundert Bücher jederzeit mit mir herumtragen und auch spontan herunterladen kann.

Aus der Sicht eines Autors gesehen kommt allerdings hinzu, dass es bis zu einem Jahr dauern kann, bis ein Manuskript einen Verlag gefunden hat und in die Veröffentlichung gegangen ist. Bei einem E-Book reichen ein paar Klicks und ein Cover aus, um es auf den Markt zu werfen - gerade weil es so einfach ist, ist diese Art der Veröffentlichung so beliebt.

Ich zweifle natürlich nicht daran, dass es eine Menge gute E-Books gibt, dennoch ist es mir persönlich lieber, mein Manuskript bei einem Verlag in guten Händen zu wissen, anstatt mehrere hundert Seiten als E-Book zu veröffentlichen. Anders ist das bei Kurzgeschichten. Aufgrund ihrer "Kürze" finden Kurzgeschichten häufig keinen verlag - oder nur in einer Sammlung. Auch wäre es unnötig, die fünf Seiten, die eine Kurzgeschichte teilweise nur enthält, als gedrucktes Buch zu legen, denn das sähe mehr als erbärmlich aus und die Druckkosten würden wohl niemals wieder reingeholt werden. Eine solche Kurzgeschichte jedoch für 99 Cent als E-Book zu veröffentlichen, ist eine gute Alternative dazu und ermöglicht es auch Autoren von Kurzgeschichten, ihre Bücher gewinnbringend zu vermarkten.

Aufgrund der wegfallenden Druckkosten kommt hinzu, dass E-Books meist billiger sind. Wer meist knapp bei Kasse ist und trotzdem gern liest, sollte daher vielleicht in einen E-Book-Reader investieren. Von einem normalen Printbuch bei einem Preis von ca 12 Euro könnte man sich dann schon drei bis vier ganze E-Books leisten - je nach Preis.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Veröffentlichung von E-Books weniger zeit- und kostenaufwendig ist, weshalb es jedoch auch sehr viele nur mittelgute der sogar sehr schlechte E-Books gibt. Bei Printbüchern hat man meist zumindest die Gewissheit, dass es ein ordentliches Korrektorat durchlaufen hat, wenn es von einem Verlag gedruckt wurde.

Als Leser ist außerdem wichtig zu bedenken, dass sich gut mehrere hundert E-Books auf einem E-Reader mit in Urlaub nehmen lassen - der Koffer, der jedoch mehrere hundert Printbücher fasst, erst noch erfunden werden muss.


Mein persönlicher Favorit ist dennoch das Printbuch, obwohl ich selbst wahrscheinlich in absehbarer Zeit auch mehrere meiner Kurzgeschichten als E-Books veröffentlichen werde.
Was sagt ihr dazu? Lest ihr lieber E-Books oder seid ihr immer noch den alten Printbüchern treu?

Eure Enya

Sonntag, 4. Oktober 2015

Die erste Lesung

Hallo zusammen :-)

Wer mir auf Facebook (https://www.facebook.com/lightningpioneer) folgt, weiß, dass ich am Freitag meine erste Lesung hatte. Einige Eindrücke sowie "Do's" und "Don'ts" für die erste Lesung möchte ich heute mit euch teilen.

Ich war (glücklicherweise) nicht allein am Freitag. Die Lesung fand in der Mediathek meiner alten Schule statt und außer mir war noch ein anderer ehemaliger Schüler dabei, welcher ein Buch veröffentlicht hat. Darüber war ich sehr froh, und das ist auch schon mein erster Tipp: Die erste Lesung in Kooperation mit einem anderen Autoren abhalten. 
Ich bin mir sicher - ich wäre vor Aufregung gestorben. So jedoch hatte ich das Glück, dass mein in Lesungen etwas erfahrenerer Autorenkollege den Anfang gemacht hat. 

Jeder von uns hat an diesem Abend eine halbe Stunde gelesen - zwischen den beiden Lesungen gab es eine etwa zwanzig minütige Pause. Da es meine erste Lesung war, war diese Länge nahezu perfekt. Ich hatte mir vier Sequenzen aus meinem Buch ausgewählt, und diese einige Male zum Üben laut vorgelesen. Die Länge variierte etwas, jedoch nicht zu stark. Ratsam ist es auf jeden Fall, sich für den Anfang des Buches zu entscheiden, da die wichtigsten Personen eingeführt werden. In meinem Buch ist es der Fall, dass meine Protagonistin Emily ihre "große Liebe" erst in etwa in der Mitte des Buches kennen lernt, weshalb ich auch diese Szene ausgewählt hatte. 
Die beiden anderen Szenen waren ein Gespräch zwischen den beiden kurz darauf und eine etwas emotionalere Stelle zwischen Emily und ihrem jüngeren Bruder Justin. Dadurch war sowohl etwas witziges, als auch etwas ernstes dabei und natürlich als wahrscheinlich essentiellste Szene der Anfang. 
Diese oder eine ähnliche Szenenwahl würde ich auch jedem weiterempfehlen. 
Soviel zur Vorbereitung.



Dann kam die Lesung selbst. Ich war unglaublich aufgeregt, was ich von mir gar nicht kannte. Am Anfang ist es ratsam, etwas über das Buch und sich selbst zu erzählen, wenn das nicht bereits vom Veranstalter gemacht wurde. Selbst dann sollte man in ein, zwei Sätzen noch einmal das Buch zusammen fassen und vielleicht kurz erzählen, wo man anfängt und weshalb man diese Stee gewählt hat. Sollte zwischen den verschiedenen Sequenzen etwas Zeit vergangen sein, sollte man natürlich auch erklären, was dort in der Zeit vorgefallen ist. 
Logischerweise ist es nicht klug, das Ende zu verraten. Eine Stelle aus der Mitte zu nehmen, die bereits den Hauptkonflikt darlegt und die Spannung auf das Kommende erhöht, ist es dafür umso mehr. Ich selbst hatte Bücher zum Verkauf dabei, was auf jeden Fall eine gute Idee war. Viele Leute gehen nach Hause mit dem festen Vorhaben, das Buch zu kaufen - zu Hause jedoch fehlt die Zeit oder es wird vergessen. Ebenfalls praktisch sind Flyer oder Lesezeichen als Gedächtnisstütze. Das Vorlesen sollte trainiert sein, damit es nicht zu lästigen Versprechern kommt. Des Weiteren sollte einem bewusst sein, wie schnell und wie laut man lesen muss, damit der Zuhörer folgen kann. 
Am Ende wird vermutlich eine Fragerunde folgen.

Nun saß ich da, ein Gefühl wie bei meinem mündlichen Abitur. Den "Vortrag" hatte ich geschafft, jetzt würden die Fragen kommen. Hierbei sollte jedoch nie vergessen werden, dass es sich nicht um eine Prüfung handelt. Diese Leute sind euretwegen hier und kennen das Buch nicht. Niemand von ihnen liest mit, also fällt auch niemandem auf, wenn man sich verliest. Also ist es hilfreich, sich zu entspannen, einen Schluck zu trinken und den Moment zu genießen - denn dieser Moment gehört euch und ihr werdet merken, dass er viel zu schnell vorbei sein wird!


Wer von euch schreibt ebenfalls und hat ähnliche Erfahrungen mit Lesungen gemacht oder kann nich etwas hinzufügen? Über Tipps gerade von den "alten Hasen" würden wir uns natürlich freuen - ihr könnt sie gerne in den Kommentaren hinterlassen!

Eure Enya

Mittwoch, 30. September 2015

Bücher vs. Filme

Hallo ihr da draußen,


schon lange habe ich die Idee für diesen Blogpost, da ich denke, dass er unser aller Leben ziemlich stark beeinflusst, wenn es darum geht, ins Kino zu gehen oder auch nur den Fernseher anzuschalten. Denn wer viel liest, wird früher oder später auch auf ein leidiges Thema treffen:
Buchverfilmungen.

Ich habe bisher viele gute Filme gesehen, die auf einem Buch basierten - und zu meinem Glück hatte ich davor häufig das Buch nicht gelesen. Viele habe ich bisher auch nicht gelesen. Beispiele dafür sind "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", "Wenn ich bleibe" oder "Margos Spuren". Auch die Serie "The 100", die ich momentan schaue, basiert auf einem Buch, welches ich nicht gelesen habe. So weit, so gut. Die Filme / Serien gefallen mir, aber ich fürchte, ich würde sie nicht so dermaßen mögen, wenn ich zuvor das Buch gelesen hätte.

Bei diesem Gedanken stütze ich mich auf meine bisherigen Erfahrungen:

Ich war Feuer und Flamme, als die Verfilmung von "Die Tribute von Panem" im Kino kam. Ich hatte zuvor alle Bücher gelesen und sie geliebt. Dann kam der Film.
Der Film ist nicht schlecht, bis auf die Tatsache, dass ich die Besetzung nicht passend fand. Diesen Gedanken kennt jedoch sicher jeder, wenn er an Buchverfilmungen denkt. Man stellt sich die Charaktere einfach anders vor. Dafür kann niemand was, am allerwenigsten die Schauspieler oder Produzenten. Trotzdem ist der Film dann für einen selbst gelaufen.
Viele meiner Freundinnen fanden den Film klasse und wenn ich versuche, Buch und Film voneinander zu trennen, ist er das auch. Aber leicht fällt es mir nicht.

Viele Leute werden sich mit der Faust ins Gesicht schlagen wollen, wenn ich mein nächstes Beispiel nennen:

Eragon ist vielleicht eine der schlechtesten Buchverfilmungen, die je gemacht wurden. Aufgrund der Verfilmung des ersten Teiles, war es den Produzenten nicht mehr möglich, einen zweiten Teil zu verfilmen, da zu viele essentielle Dinge fehlten. Personen, Handlungsstränge und Vorfälle wurden weggelassen oder bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. 
Trotzdem, wenn man einmal versucht, den Film von den Büchern zu trennen, ist der Film nicht schlecht. Er ist gut gemacht, das muss jeder zugeben. Saphira ist super animiert und auch die Kameraeinstellungen sind klasse. Die Schauspieler sind ebenfalls gut gecastet.
Trotzdem wird mir niemand zustimmen, wenn ich behaupte, dass Eragon ein guter Film ist. So stark beeinflussen die Bücher unsere Wahrnehmung der Buchverfilmung. Na klar, es handelt sich um dieselbe Geschichte und man erwartet jetzt, dass im Film alles perfekt und bis ins kleinste Detail genau dargestellt ist. Leider ist das nicht möglich. Ein Buch von dreihundert Seiten lässt sich nicht auf zwei Stunden reine Filmzeit herunterbrechen. Das muss jeder einsehen.

Umso glücklicher bin ich, dass es Serien gibt:

Game of Thrones besteht aus bisher fünf Büchern und fünf Staffeln, wobei die sechste schon im April nächsten Jahres erscheinen wird. Ich habe die Bücher gelesen und alle Folgen gesehen. Eine Staffel besteht aus zehn Folgen zu je ca. 1 Stunde. Und das merkt man auch.
Hätten die Produzenten versucht, aus den Büchern einen Film zu machen, wäre das Ergebnis nicht halb so gut ausgefallen. Game of Thrones ist eine der besten Serien, die ich je gesehen habe und jede einzelne Folge hat schon fast Spielfilmlänge. Was wäre passiert, wenn man aus jedem Buch zu ca. 800 Seiten einen zweistündigen Film gemacht hätte?

Was Buchverfilmungen angeht - grad die besonders umfangreichen - sind Serien vielleicht die bessere Lösung. Dennoch gibt es ein Buch, welches verfilmt wurde, und das schlägt alle anderen um längen.

Ich habe den "Herrn der Ringe" gelesen,  nachdem ich den Film gesehen habe. Auch hier scheiden sich die Geister extrem, aber ich finde, dass Peter Jackson die beste Arbeit geleistet hat, die ein Regisseur leisten kann, wenn es an eine Buchverfilmung geht. Alles passt perfekt und schon allein, wenn ich nur an bestimmte Szenen denke, bekomme ich Gänsehaut, etwas, was das Buch bei mir nie erzeugt hat. mit dem Schreibstil bin ich einfach nie warm geworden.
Aus genau dem Grund hatte ich auch kein Problem damit - im Gegensatz zu wirklich vielen anderen - dass im Fall von "Der kleine Hobbit" aus einem Buch drei Filme gemacht wurden. Was ist schon schlimm daran, dass ich mir jetzt drei gute Filme anstatt einem ansehen muss?

Ich habe in der Zwischenzeit geschafft, Buch und Film so gut wie möglich voneinander zu trennen - aber ein paar Erwartungen sind doch immer dabei. Viele Bücher habe ich nie gelesen - und wahrscheinlich werde ich es auch nicht machen. Die Verfilmungen sind einfach zu gut und reichen mir vollkommen aus. Ich will diese Bilder in meine Kopf nicht durch ein Buch zerstören. Genauso werde ich bei vielen Büchern nie einen Film dazu sehen - aus genau demselben Grund.

Wie fühlt ihr euch, wenn ihr euch eine Buchverfilmung anseht? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, vielleicht bei anderen Filmen? Meine Beispiele waren ja ziemlich bekannt.
Eure Enya

Montag, 21. September 2015

Nehmen Schullektüren uns den Spaß am Lesen?

Hallo zusammen,

Seit gut einem viertel Jahr habe ich nun die Schule abgeschlossen. Wie auch alle anderen, die sich mit dem leidigen Thema "Abitur" beschäftigt haben, musste auch ich mich durch mehr als eine Schullektüre quälen. Manche von ihnen waren tatsächlich interessant, die meisten von ihnen jedoch der Horror. Besonders jene, die fest im Bildungsplan verankert sind, brachten mich ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Die letzten beiden Jahre sind das beste Beispiel dafür. Zwei Sprachen als Leistungskurs belegend, in beiden eine schriftliche Prüfung, musste ich mich in vier Halbjahren durch fünf Lektüren quälen. Und was dabei herauskam? Hier steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor ;-)


Nicht nur die letzten beiden Jahre waren von Lektüren geprägt. In der achten Klasse haben wir "Wilhelm Tell" gelesen, danach "Biedermann und die Brandstifter", auch der "Hauptmann von Köpenick" durfte nicht fehlen. All das in der achten Klasse. 
"Wilhelm Tell" ist in der Tat eine gute und interessante Geschichte, für Achtklässler jedoch gänzlich ungeeignet. "Biedermann und die Brandstifter", ein Stück, welches wir in einer Gruppe von fünf Leuten dieses Jahr selbst auf die Bühne gebracht haben, so gut hat es uns gefallen ... Verstanden habe ich es jedoch erst, als ich es letztes Jahr noch einmal für die Stückauswahl gelesen habe. 
Zum "Hauptmann von Köpenick" kann ich leider nichts Positives sagen - mit dem konnte ich mich nach wie vor nicht anfreunden. 
Viel zu komplexe Themen werden viel zu früh behandelt. Welcher Achtklässler versteht schon die tiefe Tragik, die gleichzeitig jedoch auch die Komik in "Biedermann und die Brandstifter" ausmacht? Vielleicht lacht man hin und wieder beim Lesen des Textes, mit einem "Mann, ist der Biedermann doof" im Hinterkopf. Dass das jedoch eigentlich das Tragische an  der Geschichte ist, ist einem in dem Alter nicht klar. 
Es folgten "Kabale und Liebe" (welches noch eine der besten Schullektüren war, die ich gelesen habe),  "das Parfüm" (für Zehntklässler gerade so geeignet) und schließlich die letzten beiden Jahre der blanke Horror: "Agnes", "Homo Faber" und "Dantons Tod". 
Zu diesen drei Werken muss ich sagen, dass mir "Dantons Tod" noch am besten gefallen hat. 
Ich war viele Jahre in einer Theater-AG, in der wir solche Stücke gelesen hatten, war also mit der Leseart solcher Stücke vertraut. Doch trotz fast zwölf Jahren Romanerfahrung waren "Agnes" und "Homo Faber" die Hölle. Ich habe sie gelesen - alle beide. Ganz. Wirklich. 
Beiden kann ich nichts, rein gar nichts abgewinnen. Die Geschichten sind flach, regen weder wirklich zum Nachdenken an, bringen einen nicht zum Lachen, noch zum Weinen. Vielleicht denke ich in einigen Jahren anders darüber, dies jedoch ist mein Fazit für heute. 

Die Frage, die ich mir nun stelle: Warum? 
Warum gibt man so etwas jungen Menschen zum Lesen, die man doch zum Nachdenken anregen sollte, nicht mit tristen und langweiligen Schullektüren an den Alltag fesseln? Die Bücher haben mich zum Nachdenken gebracht, wie ihr sehen könnt. Ich denke darüber nach, weshalb so etwas im Bildungsplan vorgeschrieben ist. Will man uns den Spaß am Lesen nehmen? Will man uns ärgern? 
Auf Nachfrage habe ich die Antwort erhalten: "Man will euch dazu bringen, sich mit Materie zu beschäftigen, die euch nicht interessiert."
Na schön, ich soll lernen, mir Materie anzueignen, die mich nicht interessiert, aber wieso?! In meiner Zukunft werde ich in erster Linie mit Dingen beschäftigt sein, die mich interessieren. Sonst habe ich etwas falsch gemacht. 
Manch einer wird jetzt kommen: "Zu unserer Zeit mussten wir noch Schiller, Kafka und Goethe lesen!"
Ich habe Schillers "Räuber" gelesen und ich fand sie toll. "MacBeth" und "Hamlet" habe ich verschlungen, so wie viele andere Dramen auch, Kafkas "Prozess" liegt auf meinem Schreibtisch und wartet darauf, dass ich Zeit für ihn finde. 
All das, was sich Allgemeinbildung nennt, wofür in unserem Bildungsplan jedoch kein Platz mehr zu sein scheint. Warum "Agnes"? Warum "Homo Faber"? Warum nicht lieber wieder zurückkehren zu Shakespeare, Dürrenmatt und den Dramen von Max Frisch? So sehr ich seine Dramen liebe, so sehr hasse ich doch seinen "Homo Faber". Und warum das alles? 
Damit sich Bildungspolitiker sagen können: "Wir reformieren doch den Bildungsplan!"?


Wer von euch hat sich eben so durch "Homo Faber", "Agnes" und "Danton" gequält? Wer von euch stellt sich diese Frage ebenfalls? Oder wer kann mir eine Antwort darauf geben?


Grübelnde Grüße, 
Eure Enya

Freitag, 18. September 2015

Buchrezensionen

Hallo Leute,

aus aktuellem Anlass habe ich beschlossen einmal einen Beitrag zum Thema "Buchrezensionen" zu schreiben. Das bedeutet nicht, dass ich hier Bücher rezensieren möchte, stattdessen möchte ich mich mit dem Inhalt mancher Rezensionen befassen.
Jeder weiß, dass Rezensionen sehr wichtig für den Erfolg eines Buches sein können. Wird ein Buch überwiegend negativ rezensiert, wird es weniger häufig gekauft - positive Rezensionen bewirken das Gegenteil. Da spielt es nicht immer eine Rolle, ob diese auf Amazon, auf Blogs oder per Mundpropaganda verbreitet werden. Rezension ist Rezension.
Nur ist nicht jede Rezension gleich wertvoll. Ja, auch ich lasse mich durchaus vor einem Kauf von Leserstimmen auf Amazon oder von meinen Freunden beraten. Das betrifft natürlich nicht nur Bücher. Problematisch wird es jedoch, wenn bei einem Fanatsy-Buch ein Leser das Buch als "unrealistisch" betitelt. In diesem Fall muss man sich fragen, ob das Problem hier das Buch oder nicht doch eher der Leser ist.
Natürlich hat jedes Buch eine andere Zielgruppe und wenn mir ein Buch nicht gefällt, muss ich mich vielleicht fragen, ob ich nicht einfach in der falschen Zielgruppe bin. Warum sollte ich mir einen Horrorroman durchlesen, wenn ich Horror auf den Tod nicht ausstehen kann? Gleichzeitig wäre es jetzt jedoch nicht fair, zu behaupten, dass Steven King der schlechteste Buchautor der Welt ist.
Vor allem, wenn ich die Bücher meiner Autorenkollegen auf Amazon durchstöbere, fallen mir bei Rezensionen immer einige Dinge auf. Was mich am meisten stört, ist wohl folgendes Beispiel:
Ein Leser lobt das Buch in den höchsten Tönen, er kann es nur weiterempfehlen - der Protagonist ist sympathisch, die Storyline spannend und gut ausgebaut, sogar Cover und Lektorat sind super. Endergebnis: vier von fünf Sternen.
Die Frage, die ich mir jetzt stelle: Wo ist denn der letzte Stern hin? Wenn ein Buch so super ist, wie genannter Leser es behauptet, bin ich der Meinung, dass es den fünften Stern durchaus auch verdient hat. Was also ist da los? 
Ich kann das gut verstehen, auch ich vergebe ungern fünf-Sterne-Rezensionen. vielleicht, weil ich dadurch das Gefühl habe, unglaubwürdig oder sogar "käuflich" oder "billig" rüber zu kommen. Häufig machen sich vier-Sterne-Rezensionen bei einem Buch auch besser, als die mit den fünf Sternen, denn kein Buch ist perfekt. Wenn ich nun also der Meinung bin, das Buch war zwar super, hat jedoch nur vier Sterne verdient, dann schreibe ich den Grund hin: Das Ende war zu knapp, ich fand an jener Stelle die Reaktion des Protagonisten unpassend, was weiß ich. Aber ich schreibe etwas hin! Und wenn ich nichts finde, dann bekommt das Buch fünf Sterne von mir. Zack, Ende.
Dann gibt es noch eine andere Art von Bewertung: Der Leser liest liebend gerne Thriller, hasst jedoch Romantik. Nun hat er leider überlesen, dass das Buch als "Romantik-Thriller" ausgewiesen war und auch aus dem Klappentext war das nicht erkennbar. Die Rezension fällt nun dementsprechend aus: Zwei von fünf Sternen, da ja der spannende Teil, der eben in Richtung Thriller ging, doch ganz gut war, das rumgesäusel jedoch grauenhaft. Ist diese Rezension nun gerechtfertigt? Oder ist es der Fehler des Lesers gewesen, weil er etwas anderes erwartet hat?
Auf mich bezogen: Ich muss ehrlich zugeben, dass mir viele Bücher nicht gefallen, wenn sie plötzlich eine extreme Wendung inne tragen. Mir hat der erste Teil des Dreiteilers "Die Tribute von Panem" am besten gefallen, und je weiter sich die Bücher von ihrem eigentlichen System, den Hungerspielen in der Arena entfernten, desto weniger mochte ich sie. Das habe ich einfach nicht erwartet und so etwas gefällt mir auch nicht sonderlich. Versteht mich nicht falsch, unerwartete Wendungen können toll sein und ich habe die Bücher trotzdem verschlungen - den letzten beiden Bänden hätte ich jedoch keine fünf Sterne mehr gegeben. Der Grund waren sicher nur teilweise die Bücher - sicher aber unter anderem auch, dass ich etwas anderes erwartet hatte.

Viele Rezensionen bewerten das Buch durchaus verständlich, hier habe ich euch jedoch ein paar Beispiele gezeigt, die ich als "nicht hilfreich" bewerten würde. Wer nicht in der Zielgruppe ist, muss sich nicht beklagen, dass ihm das Buch nicht gefällt, wessen Rezension und die dazugehörige Bewertung absolut gegensätzlich sind, den kann ich nicht verstehen, und zur letzten Sorte gehöre ich unter anderem teilweise auch. Ist dies der Fall, dann schiebe ich das nicht immer nur dem Autor in die Schuhe, sondern sehe ein, dass ich zeitweise ein kleines, bockiges Biest sein kann, das nicht vom Bekannten weg will ;-)
Wer von euch jetzt unter der Überschrift "Buchrezensionen" eine Buchrezension über ein von mir gelesenes Buch erwartet hat, der wurde nun enttäuscht und wird dem Post sicher keine fünf Sterne mehr geben. Wem mein Blog nicht gefällt, weil er Bücher nicht ausstehen kann und stattdessen viel lieber Hockey spielt, der sollte sich überlegen, ob er vielleicht gar nicht in meiner Zielgruppe ist. Den Rest von euch bitte ich, mir in die Kommentare zu schreiben, wie toll mein Blog doch ist und mir dann im Anschluss zwei Sterne zu geben ;-) (oder einfach einen richtigen Kommentar, gerne auch mit Verbesserungsvorschlägen zu schreiben).


Viel Spaß dabei wünscht euch eure
Enya